Tag 5 - Gorlice und Tarnów

An einem Sonntag macht sich die Profilklasse mit einigen polnischen Schülern auf eine kleine Reise durch Galizien. Komplikationen mit der polnischen Sprache sind vorprogrammiert und olympische Sportler halten unsere sportliche Motivation nicht auf.

Hallo ihr fleißigen Leser.

Die erste Nacht im Hotel Margot in Gorlice ist gut überstanden.

Nach dem Frühstück geht es mit ein paar der polnischen Schüler, die wir gestern bereits kennengelernt haben, los zu einer Synagoge im polnischen galizischen Niemandsland in eine Stadt, deren Namen niemand ansprechen kann.

Dort verbringen wir eine Stunde damit, dem Chef der Kulturstätten in diesem Umkreis, der unglaublich euphorisch und aufgeregt ist, dass deutsche Schüler seinen Erzählungen lauschen werden, zuzuhören und dauernd irgendwelche Kulturgüter in diesem Museum umzuwerfen.

Alle fünf Minuten „klong!“ und schon wieder liegt ein Ausstellungsstück auf dem Boden.

Später will der liebe Herr noch ein Foto mit uns machen, Mann, sind wir beliebt.

Wir fühlen uns schon fast so berühmt wie Brangelina (oder jetzt eher Angelina Jolie und Brad Pitt), als wir in unseren eindrucksvollen großen, weißen Bundeswehrbus einsteigen und unsere Stammplätze einnehmen.

 

Innerhalb 20 Minuten geht es nach Tarnów, einer kleinen Stadt ebenfalls in Galizien über Hügel und Täler.


Heute ist ein Sonntag, doch alle scheinen die Zeit vergessen zu haben, denn niemand ist sich bewusst, welchen großen Teil der Reise wir schon überstanden haben.

„Überstanden?“ fragt sich jetzt mancher, und ja, tatsächlich überstanden.

 

Obwohl man mit der Klasse für eine Woche reist und sich das Feeling eines Partybusses vorstellt, ist dies eine Forschungsreise. Heute war echt ein Tag, an dem alle durchgehangen haben. Im Christentum ist der Sonntag der Ruhetag und Ruhe brauchen wir heute alle dringend.

So viele Informationen, Eindrücke und Empfindungen der letzten Tage, die wir nun erst einmal verarbeiten müssen. Daher passt es ganz gut, dass wir angekommen in Tarnów zwei Stunden Zeit bekommen, um die Stadt alleine zu erkunden oder wie die meisten, richtig schön essen zu gehen.

 

Wer schon einmal in Polen war, hat ganz schnell hingegen seiner Reiseführer oder Erzählungen von Freunden gemerkt, dass Polen kaum bis gar kein Englisch sprechen. Auf jeden Fall nicht diejenigen, bei denen wir in einem Restaurant in Tarnów bestellen wollten. Kommunikation ist echt schwierig, wenn der eine die Sprache des anderen überhaupt nicht versteht. 

Trotzdem haben wir es geschafft, ein paar Duzend Pizzen mit Zeichensprache und Hilfe der polnischen Schüler zu bestellen. Pizza, Pizza, Pizza… Auf dieser Reise sind alle Pizza-verrückt.

Einige von uns haben Salat, Pommes oder Pasta bestellt, die nicht wie die Pizzen nach guten zehn Minuten, sondern nach über einer Stunde kommen!

 

Unsere fast verhungerten Mitschüler sind bei dem Anblick des Essens in Tränen ausgebrochen und wir ebenfalls vor lachen über ihre seligen Gesichter. Nach dem Essen haben wir uns die Stadt noch kurz angeschaut, doch niemand hatte heute die Motivation für längere Zeit. Sonntag ist schon mit recht als Ruhetag anerkannt worden.

Die polnischen Schüler haben für uns in ihrer Schule anscheinend sportliche Spiele engagiert, und da wir als Sprach- und Kulturprofil natürlich unglaublich sportlich und motiviert sind, fahren wir zum Abschluss noch in die Schule, um uns dort mit den polnischen Schülern zu messen.

Diese dachten anscheinend jedoch, dass sie von deutschen olympischen Supersportlern besucht werden würden, denn sie traten in voller Montur und mit kampfbereitem Lächeln gegen uns an.

Und obwohl unsere Mitschüler vollen Einsatz bei dem den Polen unbekannten, deutschen Spiel „Völkerball“ geben, verlieren wir leider gnadenlos… Macht nichts, die Motivationsrufe, -klatscher und -jubel zeigen volle Teamfähigkeit, so dass wir vielleicht nicht an Spielsiegen, aber dafür an Klassenzusammenhalt gewonnen haben.

Morgen gehts nach Krakau zurück, bis bald ihr neugierigen Leser,

eure Spukies

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Addi (Freitag, 14 Oktober 2016 11:07)

    Nice gemacht!

  • #2

    Pheline (Freitag, 14 Oktober 2016 11:15)

    Ein sehr interessanter Beitrag, nicht nur dieser Eintrag! Eure Reise hört sich wirklich spannend, spaßig und lehrreich zugleich an. Auch die polnische Kultur bringt ihr gut rüber und macht mir Lust, selbst einmal die polnischen Städte näher zu erkunden und mich nochmal ausführlicher mit dem Thema Deutsch-Polnische Kriegsgeschichte zu beschäftigen. Toll gemacht!