TAG 3 - POLNISCHKURS, ZEITZEUGENGESPRÄCH und werwölfe!

Der Polnischkurs war beendet und es ist an der Zeit Zofia Posmysz, eine Kriegsüberlebende zu begrüßen. Ein intensives Zeitzeugengespräch beginnt. Nach Momenten voller Emotionen, Trauer und Tränen stellt sich am Ende des Tages nur noch eine Frage: Wer sind die Werwölfe unter uns?

Nach dem gestrigen Besuch im KZ-Lager Birkenau, haben wir uns nach einem anstrengenden Tag ausgeruht und starteten bedrückt als auch gespannt in den neuen Tag. Für heute angesagt, war eine Weiterführung des bereits gestarteten Polnisch-Crashkurses. Danach folgte das Zeitzeugengespräch mit der Kriegsüberlebenden Zofia Posmysz. Ausklingen lassen durften wir den Tag mit der gemeinsamen oder individuellen Recherche in unseren Forschergruppen.

 

„Jak siȩ masz?“, „Tak“ oder „Bardzo dobrze“, was wir heute nicht gelernt haben. Janina, eine der Freiwilligen aus „Aktion Sühnezeichen“, welche in unserer Begegnungsstätte tätig ist, hat uns heute erneut einiges über die polnische Sprache gelehrt. Trotz der verwirrten Eindrücke unserer Klasse im Bezug auf die Sprache, bestätigte Janina, dass Polnisch leicht zu lernen sei. „Wenn man die Aussprache der zu erst schwer erscheinenden Buchstabenkombinationen kenne, sei Polnisch mit etwas Übung und Wille gut zu erlernen“ (Vgl.). Was uns besonders gut gefallen hat ist der Fakt, dass Janina trotz Zehn Jahre Altersunterschied auf einer Augenhöhe mit uns arbeitete. Wir empfanden sie als humorvoll, engagiert und „relaxed“, was uns nach dem Höhenflug des gestrigen Tages wieder auf den Boden brachte. Danke Janina! 

 

Jedoch durften wir uns nicht zu sehr auf unsere „Lorbeeren ausruhen“, denn der nächste Programmpunkt war das Zeitzeugengespräch mit Zofia Posmysz, über die wir uns ebenfalls gestern in einem Workshop ausführlich informiert hatten:

 

Zofia Posmysz, eine im Jahre 1923 geborene Frau, welche 1942 mit unerfahrenen 19 Jahren verhaftet wurde begab sich auf eine Reise, die ihr wiederum die wahrscheinlich größte Erfahrung bereitete. Nach einem sechswöchigen Gefängnisaufenthalt, wurde sie am 30. Mai in den für Frauenbestimmten Teil des Hauptlagers Auschwitz deportiert. Weitere grausame Deportationen in die Strafkompanie im Dorf Buda und letzten Endes in das KZ-Birkenau, prägten Zofia und machten sie zu der starken Frau, die wir kennenlernen durften.  

 

Das Zeitzeugengespräch beruhte auf Fragen und Antworten. Die Dolmetscherin Frau Pasternak, welche ein Tandem mit Zofia bildete und seit vielen Jahren kennt, gab uns zu Beginn eine kleine Zusammenfassung der Geschichte Zofias. Direkt im Anschluss begann der Fragen-und-Antworten Prozess. Das gesamte Gespräch in einem Blogeintrag zu fassen ist nicht möglich als auch notwendig. Denn wenn wir eins gelernt haben und auch ohne ihrer Antworten bestätigen können, dann, dass Frau Posmysz eine sehr emphatische, intelligente, bemerkenswerte und unheimlich starke Frau ist! Durch persönliche Gespräche, entnahmen wir die Information, dass Zofia sich nicht gerne an die schreckliche Zeit zurück erinnert, doch es für Interessierte wie uns tut. Wenn wir einmal Kinder haben sollten, so sagte Zofia, legt sie uns die Aufgabe in die Hand ihre Geschichte weiter zu erzählen, damit das Schicksal aller Kriegsüberlebenden als auch Opfer niemals in Vergessenheit gerät. Das kurz darauf folgende Gespräch mit einem Mitschüler, beendete sie mit den Worten: „Vergiss mich bitte nicht!“.

 

Entsprechende Emotionen im Bezug auf das Gespräch, zeichneten sich schon einige Sekunden nach dem Gespräch aus. Nicht nur Tränen liefen die Gesichter runter, sondern auch eiskalte Schauder den Rücken. Wir würden jedem, der jetzt noch die Chance dazu hat ein solches Zeitzeugengespräch zu führen, empfehlen dies zu tun. 

 

Wie lenkt man sich am besten von einem solch emotionalen Gespräch ab? Profilarbeit natürlich! ;) Nun war Recherche, Bibliotheksarbeit und Konzentrieren angesagt! Die bedrückte Stimmung machte sich auch während der Arbeitszeit bemerkbar, doch wir mussten die Zeit nutzen, die uns zur Verfügung stand. „Wie gedenkt man richtig?“, „Positionen der Häftlingsärzte“ oder „Hilfsaktionen - Auschwitz“ waren einige der interessanten Themen zu denen gearbeitet wurde. 

  

Den Tag ließen wir mit dem Gemeinschaftsspiel „Werwolf“ ausklingen und gingen erschöpft mit gemischten Gefühlen zu Bett!


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Kommentare: 9
  • #1

    Yasmin Shiri (Freitag, 14 Oktober 2016 10:54)

    Super Beitrag!

  • #2

    noah pierau (Freitag, 14 Oktober 2016 10:58)

    @yasminshiri finde ich auch süße! <3

  • #3

    Sarah (Freitag, 14 Oktober 2016 11:06)

    Sehr Interessant! :-)

  • #4

    sacki (Freitag, 14 Oktober 2016 11:07)

    @sarah find ich auch

  • #5

    Erika Morasch (Freitag, 14 Oktober 2016 11:07)

    Sehr Interesstan! Bin sehr stolz auf dich Eser! :*

  • #6

    Soraya (Freitag, 14 Oktober 2016 11:09)

    Sehr interessant und sehr emotionales Zeitzeugengespräch. Der Text wurde sehr gut verfasst meine Lieben. Ich bin sehr stolz auf euch!!!

  • #7

    Noa & Sally (Freitag, 14 Oktober 2016 11:10)

    sehr vielfältig und informativ und gibt uns gute Eindrücke in eure Profil-Fahrt nach Polen

  • #8

    Henny & Kira (Freitag, 14 Oktober 2016 11:18)

    ´Toller Beitrag, sehr emotional verfasst und super interessant! Danke euch <3

  • #9

    Bernd weiss meinen wahren namen willst du nicht kennen (Freitag, 14 Oktober 2016 11:27)

    hör auf kommentare zu löschen oder es droht eine DDOS Attacke auf die website

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