tag 1 - Krakau und OŚwiĘcim

In diesem Bericht erzählen wir euch von der Besichtigung eines jüdischen Museums, einem ergreifenden Tag im Stammlager von Auschwitz und unsere damit verbundenen Eindrücke. 

Am Morgen unseres zweiten Tages in Polen befanden wir uns noch in Krakau, machten uns jedoch direkt nach dem Frühstück auf den Weg nach Oswięncim.

Die Polen legen Wert darauf den Begriff Auschwitz nur dann zu verwenden wenn die Rede vom Konzentrationslager ist. Die Stadt wird als Oswięncim bezeichnet.

Bevor wir in der Begegnungsstätte unsere Zimmer bezogen, besuchten wir das jüdische Museum und die dazugehörige Synagoge.

Neben den Lebensverhältnissen der Juden in Oswięncim um den 2. Weltkrieg, erfuhren wir auch viel über deren Bräuche. Vieles wussten wir schon, doch Details, wie den Grund weshalb nur Männer eine Kopfbedekung in der Synagoge tragen müssen, war vielen unbekannt. 

Im Gegensatz zu Männern würden Frauen es nie Wagen sich in der Synagoge als höchste Person darzustellen, da traditionell nur Männer eine solche Position einnehmen können. Dies heißt aber nicht, dass jeder männliche Jude in der Synagoge eine höhere Person darstellt, jedoch kann es durchaus zu der Arroganz führen, sich zu Veralten als wäre es so. Um dies zu Vermeiden, muss jeder Mann beim Betreten einer Synagoge seinen Kopf mit einer sogenannten „Kippa“ bedecken.

Beeindruckt waren wir auch vom Museums Cafe, in dem wir unseren ersten, waschechten „Kawa“ genossen, der bekannte polnische Kaffee.

Auf die im Anschluss geplante Stadtführung mussten wir, auf Grund des Wetters leider verzichten.

Somit fuhren wir zur Begegnungstätte, in welcher wir für die nächsten drei Tage unterkommen sollten.

Nach dem Mittagessen fuhren wir ins Stammlager. Zuvor und auch während der Fahrt stellten sich viele die Frage, ob und wie der Besuch in Auschwitz 1 sie berühren wird.

Wir waren überrascht, als wir auf das Gelände fuhren und Massen an Besuchergruppen schon auf dem Parkplatz warteten.

Ausgestattet mit Kopfhörern, die mit dem Mikrofon unseres Guides verbunden waren, wurden wir durch das Lager geführt. Dadurch wurde kaum gesprochen und jeder hatte das Gefühl ganz für sich zu sein.

Der Rundgang beinhaltete unter anderem Besichtigungen verschiedener Barracken und die einer Gaskammer. In den meisten Barracken wurden Bilder und alte Fundstücke der Historie Auschwitzs ausgestellt. Besonders schockierend war hierbei der 18 Meter lange Berg aus menschlichem Haar, das den Männern, Frauen und Kindern damals nach ihrer Ankunft in Auschwitz abrasiert wurde. Diese zwei Tonnen Haar können etwa 40.000 Menschen zugeordnet werden. Als Auschwitz noch in Betrieb war, wurde das abrasierte Haar der Häftlinge für 15 Pfennig pro Kilo verkauft.

Nach ca. vier Stunden verabschiedeten wir uns von unserem Guide und fuhren zurück in die Begegnungsstätte.

Zum Abschluss des Tages führten wir mit der Klasse eine Reflektionsrunde, in der wir unsere Eindrücke teilten. Hierbei stellte sich heraus, dass jeder einzelne von uns mit einer ähnlichen Erwartung an den ersten Besuch in Auschwitz herangegangen ist und diese nicht erfüllt wurden. Viele rechneten damit, dass der Besuch in Auschwitz ihnen sehr nahe gehen würde.

Der Grund warum eher das Gegenteil der Fall war könnten einmal die Masse an Touristen gewesen sein, welche diesen so schrecklichen Ort in eine Touristenattraktion verwandelt haben. Für viele war ein weiterer Grund die Art und Weise wie der Ort im Zusammenhang mit den dortigen Geschehnissen dargestellt wurde. Dadurch, dass viele Baracken mit Bildern und Texten geschmückt wurden und darüber hinaus viele Ausbesserungen vorgenommen wurden, wirkte der Ort auf viele wie eine Ausstellung und ließ wenig Platz zum Gedenken übrig.

Dennoch war der Besuch in Auschwitz ein voller Erfolg, da wir viele Eindrücke gewonnen haben, welche uns nicht mehr so schnell aus dem Kopf gingen.

Wir waren gespannt auf den morgigen Tag in Auschwitz-Birkenau.

 

Eure Spukies


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Kommentare: 2
  • #1

    Piet J. 16 M. (Freitag, 14 Oktober 2016 11:02)

    Ein super Informativer Eintrag

  • #2

    Ted Belfield (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:20)


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