Donnerstag, 23.06.16: Auschwitz-Birkenau


Gegen 9:00 Uhr haben wir gefrühstückt, danach haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt. Diese haben in ihren Gruppen das Buch „Erzählt es euren Kindern“ gelesen. Dieses haben wir uns als Klasse mit den Eltern gemeinsam entschieden zu lesen. In dem Buch geht es um den Holocaust in Europa.

 

 

Etwa eine Stunde später sind wir erneut zum Stammlager Auschwitz1 gegangen. Hier haben wir diesmal einen eineinhalbstündigen Workshop belegt. Wir konnten uns zwischen den Themen „SS-Täter und Täterinnen im KZ Auschwitz“ und „Das Schicksal von nach Auschwitz deportierten Einzelpersonen“ entscheiden. In den jeweiligen Workshops haben wir Texte über Ärzte, Frauen und Aufseher als Täter bzw. über die Opfer des Holocaust gelesen.

 

Gegen Mittag sind wir zum Hotel zurück gegangen und haben eine Mittagspause gemacht, in der wir uns gestärkt und ausgeruht haben.

 

Um 13:00 Uhr haben wir uns mit unserer Führerin, die uns bereits durch das erste Lager (Auschwitz 1, Stammlager) geführt hatte, getroffen. Dort sind wir mit einem Schuttlebus 2 Kilometer gefahren, da es zu heiß war, um diese Strecke zu laufen. Als erstes haben wir uns im ehemaligen Wachturm einen Überblick über das Lager verschafft und Allgemeines darüber erfahren. Danach haben wir uns verschiedene Baracken angeschaut. Als erstes die Schlafplätze der Männer, bei denen 400 Männer in einer Baracke leben mussten. Danach haben wir deren Sanitäranlagen angeschaut. Anschließend das Frauen- und Kinderlager. Nach dem Besichtigen der Baracken sind wir  zur Haltestation der Züge gekommen, an dem die Juden und Kriegsgefangenen aussteigen mussten. Auf den Schienen stand noch ein Original Waggon, in dem früher Menschen transportiert wurden. Als nächstes sind wir einen langen Weg, den die Gefangenen früher Richtung Krematorium gehen mussten, lang gegangen.

 

Unser nächster Besichtigungspunkt waren die Krematorien. Diese waren aber nur noch als Ruinen erhalten, da sie am Ende des Krieges gesprengt wurden. In den Trümmern hat man nur noch die Umrisse der Mauern und Öfen gesehen. Als letztes sind wir in die „Sauna“ gegangen. Dort kamen die Juden als erstes hin, wenn sie arbeiten mussten und nicht vergast wurden. Hier mussten sie alles (einschließlich den Klamotten) abgeben, was ihnen gehörte. Anschließend duschten sie und bekamen ihre Häftlingskleidung.

 

Die Tour endete nach 3 ½ Stunden und mit vielen Eindrücken.

 

 

Interview mit Mitschülern:

 

Woran denkst du, wenn du dich an den Donnerstag  in Auschwitz 2-Birkenau erinnerst?

 

Riesig, erschreckend groß, Maschinerie, Fabrik

 

Wurden deine „Erwartungen“ an diesen Ort erfüllt?

 

Mehr als erfüllt  - Ich dachte, es wäre nicht so riesig, es gäbe nicht so viele Baracken.

Im Vergleich zur Zahl der Insassen waren es trotzdem viel zu wenig.

 

War dir bewusst, wo du dich befindest? Wenn  ja, gab es einen „Klick-Moment“?

 

Ja, es gab unendlich viele Bilder, die mich jede Sekunde daran erinnert haben.

Beispielsweise die Schienen, welche man ja schon aus Videos, Fernsehen, Bildern kannte.

 

Was hast du rückblickend aus dem Besuch Ausschwitz-Birkenau bzw. dem kompletten Donnerstag mitgenommen?

 

Man sollte sich nicht so auf die Masse konzentrieren, sondern auf die Millionen von Schicksalen der einzelnen Individuen.

Mir ist nochmal klar geworden, wie riesig und „Maschinen-mäßig“ es war und auch, dass es nicht nur um die Tötung ging, sondern auch um die Vernichtung der Menschen mit Methoden, die deutlich schlimmer und quälender als der einfache Tod waren.

 

Es ging um die Entmenschlichung der Menschen.

 


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